Wenn die Liebe da ist , aber er immer wieder verschwindet

Wenn die Liebe da ist, fühlt es sich oft an wie ein leises Erkennen der Seele. Da ist diese tiefe Vertrautheit, dieses Gefühl, als würdet ihr euch schon ewig kennen. Gespräche gehen unter die Haut, Blicke tragen eine Wärme in sich, die Worte kaum beschreiben können, und dein Herz weiß ganz genau: Zwischen euch ist etwas Besonderes. Etwas, das nicht oberflächlich ist, sondern tief, intensiv und berührend.
Doch genau dort, wo du dich gerade fallen lassen willst, wo du beginnst zu vertrauen, geschieht es wieder: Er zieht sich zurück. Plötzlich wird es still. Nachrichten bleiben aus, Erklärungen gibt es nicht. Du sitzt da mit deinen Gedanken, suchst nach Gründen, fragst dich, was du falsch gemacht hast, und dein Herz wird schwer. Es fühlt sich an, als würdest du in der Luft hängen – zwischen Hoffnung und Schmerz.
Und dann, oft genau dann, wenn du beginnst loszulassen, meldet er sich wieder. Eine Nachricht, ein Zeichen, ein kleines „Ich denke an dich“. In diesem Moment schlägt dein Herz schneller, die Freude durchströmt dich, und die Sehnsucht, die du so mühsam beruhigt hast, ist sofort wieder da. Doch tief in deinem Inneren spürst du, dass dieser Kreislauf dich erschöpft. Denn so sehr die Gefühle auch echt sind – das ständige Kommen und Gehen hinterlässt Spuren in deiner Seele.
Wenn ein Mensch immer wieder verschwindet und dann zurückkehrt, geht es meist nicht darum, dass keine Gefühle da sind. Oft ist das Gegenteil der Fall: Die Verbindung ist so intensiv, dass sie Angst macht. Er spürt, wie nah du ihm bist, wie tief du ihn berührst, und genau diese Tiefe konfrontiert ihn mit seinen eigenen Ängsten, Unsicherheiten und inneren Themen. Statt sich dem zu stellen, zieht er sich zurück. Und wenn die Distanz groß genug geworden ist, sucht er wieder die Nähe – auch, um unbewusst zu prüfen, ob du noch da bist, ob dein Herz noch offen ist, ob er dich noch erreichen kann.
Gerade in Seelenpartnerschaften geschieht dieses Muster häufig. Diese Verbindungen sind nicht leicht, weil sie keine gewöhnlichen Begegnungen sind. Sie spiegeln alte Wunden, berühren tief verborgene Ängste und bringen alles an die Oberfläche, was gesehen und geheilt werden möchte. Der Rückzug eines Seelenpartners ist oft ein Zeichen dafür, dass er mit dieser Intensität überfordert ist – nicht mit dir als Mensch, sondern mit dem, was du in ihm auslöst.
Doch so tief und bedeutungsvoll eine Seelenverbindung auch sein mag, sie ist niemals dafür gedacht, dass du dich selbst verlierst. Liebe, die wirklich aus der Seele kommt, möchte dich nicht in dauerhafte Unsicherheit bringen, sondern dich wachsen lassen. Sie möchte dich stärken, nicht erschöpfen. Sie möchte dich näher zu dir selbst führen, nicht weiter von dir entfernen.
Deine Seele flüstert dir in solchen Momenten oft leise zu, dass wahre Liebe nicht bedeutet, immer wieder zu warten, zu hoffen und dich emotional bereitzuhalten. Sie erinnert dich daran, dass du nicht dafür da bist, jemanden zu retten oder zu tragen, der sich selbst noch nicht gefunden hat. Und sie fordert dich liebevoll auf, dich selbst an erste Stelle zu stellen – deine Würde zu bewahren, Grenzen zu setzen und dein eigenes Leben weiterzuleben, anstatt in einem Kreislauf aus Hoffnung und Enttäuschung festzustecken.
Denn echte Seelenliebe zeigt sich nicht nur in intensiven Gefühlen, sondern vor allem in Klarheit, Verlässlichkeit und Respekt. Sie schenkt dir trotz aller Tiefe ein Gefühl von innerem Frieden, statt dich ständig in Zweifel zu stürzen. Sie lässt dich spüren, dass du gewollt bist – nicht nur dann, wenn es für den anderen gerade passt, sondern beständig und ehrlich.
Und vielleicht liegt die eigentliche Botschaft dieser Verbindung darin, dass sie dich zu deiner größten Aufgabe führt: dich selbst so sehr zu lieben, dass du nicht mehr aus Angst festhältst, sondern aus Stärke wählen kannst.
© Soleia 💫
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